FAQ

Welche Anzeichen für Prostatakrebs gibt es?

Da das Prostatakarzinom fast immer ein langsam wachsender Krebs ist, der sich zunächst nur in einem kleinen Teil des Organs ausbreitet, bemerkt der Patient im Anfangsstadium meist keine Anzeichen oder Symptome. Probleme beim Wasserlassen oder Missempfindungen im Bereich der Prostata wie etwa ein Druckgefühl, können zwar erste Anzeichen für Prostatakrebs sein, sind aber selten. Sehr viel häufiger werden solche Empfindungen durch eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die benigne Prostatahyperplasie (BPH), hervorgerufen. Besteht Unsicherheit aufgrund möglicher Symptome, sollte man seinen Arzt konsultieren und eine Vorsorgeuntersuchung durchführen lassen.

Bei fortgeschrittener Erkrankung können sich auffälligere und schwerwiegende Anzeichen zeigen wie Blut im Urin oder Samen, Knochen- und Rückenschmerzen oder dauerhafte Impotenz. Männern ab 40 Jahren empfiehlt die Deutsche Krebshilfe, sich umfassend über die Prostatakrebs-Früherkennung zu informieren. Sie zählt in Deutschland für Männer ab 45 Jahren zu den regelmäßigen Vorsorgeleistungen der Krankenkassen. Dabei können auch Kontrollwerte gemessen werden, die man bei Folgeuntersuchungen als Vergleich heranziehen kann.

Quelle:
Die blauen Ratgeber, Prostatakrebs, 17. Ausgabe Stand 2/2013. Deutsche Krebshilfe (Hrsg) und Deutsche Krebsgesellschaft (Hrsg).

Die Diagnose Krebs ist immer ein Schock. Warum sollte ich mich der Diagnose Prostatakarzinom stellen, wenn der Krebs sowieso sehr langsam wächst?

Auch wenn der Krebs nur langsam wächst – je nachdem, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt wird, ist die weitere Prognose sehr unterschiedlich. Während ein frühzeitig entdeckter kleiner Tumor meist geheilt werden kann, ist dies bei deutlich fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung in der Regel nicht mehr möglich.

Dabei ist die Chance, den Tumor noch rechtzeitig zu entdecken, relativ groß. So werden in Deutschland rund die Hälfte der Prostatakrebserkrankungen in einem frühen Stadium entdeckt, das heißt, sie sind nicht über die Kapsel des Organs hinausgewachsen.

Quelle:
Krebs in Deutschland 2009/2010. 9. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2013. Abbildung3.18.3, Seite 90.

Mein Vater und mein Bruder sind an Prostatakrebs erkrankt. Besteht für mich auch ein erhöhtes Risiko?

Ca. 10 - 20 Prozent aller Prostatakarzinome treten familiär gehäuft auf. Erkranken eng verwandte Männer wie Vater oder Bruder an Prostatakrebs, kann ein deutlich erhöhtes Risiko bestehen, selbst betroffen zu sein. Um dieser Gefahr zu begegnen, sollte man sich regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen.

Quellen:
Stanford, J. L., Ostrander E. A. Epidemiol Rev. 2001; 23(1):19-23.
Zeegers, M.P., Jellema, A., Ostrer, H. Empiric risk of prostate carcinoma for relatives of patients with prostate carcinoma: a meta-analysis. Cancer. 97 (2003) 1894-1903.

Ab wann sollte ich mit der Prostatakrebs-Vorsorge beginnen?

Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten die Prostatavorsorge-Untersuchung ab dem 45. Lebensjahr. Empfohlen wird eine erste Untersuchung für Risikogruppen aber schon ab 40 Jahren. Insbesondere Männer, bei denen in der nächsten Verwandtschaft bereits Krankheitsfälle auftraten, sollten die Vorsorge ernst nehmen. Auch Schmerzen oder andere Beschwerden im Bereich der Prostata sollte man rasch durch einen Urologen abklären lassen.

Bei meinem Mann wurde Prostatakrebs diagnostiziert, doch sein Arzt empfiehlt noch nicht aktiv zu behandeln. Zunächst soll er nur zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen gehen. Wieso wird nichts unternommen?

Die Strategie, das Prostatakarzinom zunächst nicht zu behandeln, sondern nur durch engmaschige Kontrolluntersuchungen zu überwachen, nennt man aktive Beobachtung (englischer Fachbegriff: active surveillance). Diese aktive Überwachung wird empfohlen, wenn die Tumorsituation bestimmte Kriterien erfüllt. Hintergrund ist, dass die Tumoren oft nur sehr langsam wachsen ohne Beschwerden zu verursachen. Studien haben gezeigt, dass eine sofortige Therapie in diesem Stadium nicht immer erforderlich ist. Eine Operation oder eine Bestrahlung werden daher erst durchgeführt, wenn das Fortschreiten der Erkrankung es erfordert – ohne dass dadurch die Heilungschancen gemindert werden.

Ich bin 79 Jahre alt und habe bisher keine Anzeichen von Prostatakrebs. Wie wahrscheinlich ist es für mich noch daran zu erkranken?

Statistisch sind Männer zwischen dem 70. und 74. Lebensjahr am häufigsten von Prostatakrebs betroffen. Die Anzahl der Neuerkrankungen beträgt in dieser Altersgruppe in etwa 750 je 100.000 Männer und liegt damit unter 1 %. Die Wahrscheinlichkeit, selbst zu erkranken, ist damit noch immer gering. Dennoch bleibt es wichtig, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen.

Quelle:
Krebs in Deutschland 2009/2010. 9. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2013.

Wer sind die behandelnden Ärzte?

In die Therapie des Prostatakarzinoms sind Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen eingebunden. Die Vorsorgeuntersuchung und Diagnose erfolgt durch den Urologen. Dieser nimmt bei der Therapie des Prostatakrebses die Rolle des „Hausarztes“ ein. Er kontrolliert Blutwerte, führt Basisuntersuchungen durch und übernimmt die Kommunikation mit den anderen behandelnden Spezialisten. Hierzu gehören vor allem Onkologen sowie Nuklear- und Strahlenmediziner. Diese sind jeweils Spezialisten für einzelne Behandlungsoptionen wie Strahlentherapie oder die Therapie mit einem Radiopharmazeutikum.

Was gibt die Ziffernkombination TNM über den Tumor an?

Die sogenannte TNM-Klassifikation wird in der Krebsmedizin angewandt, um Tumoren in unterschiedliche Entwicklungsstadien einordnen zu können. Hierdurch ist es möglich, Aussagen über den vermutlichen weiteren Krankheitsverlauf zu treffen und die jeweils geeigneten Therapien auszuwählen. Die Bezeichnung TNM bezieht sich auf drei wesentliche Eigenschaften von Tumoren

  • T = Größe und Ausdehnung des ursprünglichen Tumors
  • N = Lymphknotenbefall (engl. node; Lymphknoten)
  • M = Metastasen in anderen Organen

Die Angaben im jeweiligen Bereich werden durch angehängte Buchstaben und Zahlen weiter konkretisiert.

Der ursprüngliche Tumor beim Prostatakarzinom wird hierbei folgendermaßen beschrieben:

Für den Lymphknotenbefall werden diese Kürzel verwendet:

Ähnlich wird das Vorliegen von Metastasen erfasst:

So bedeutet die Kombination T2 N0 M0 beispielsweise, dass das Karzinom auf die Prostata begrenzt ist, ohne dass Lymphknoten befallen sind oder Metastasen vorliegen.

Quelle:
Prostatakrebs I, Lokal begrenztes Prostatakarzinom, Ein evidenzbasierter Patientenratgeber zur S3¬Leitlinie, Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms: (Hrsg) Krebshilfe, Krebsgesellschaft, awmf. Auch online: http://www.krebshilfe.de/fileadmin/Inhalte/Downloads/PDFs/Broschueren-diverse/Prostatakrebsleitlinie.pdf